
Yvis Pottfolio v.4v.4 - Hochmut kommt vor dem Telefon
Das Glück des PR-Kunden liegt auf dem Rücken der Fachpresseinformation. Der veröffentlichten, versteht sich. Doch bis dahin ist es ein langer, steiniger Weg. Und er beginnt wie immer bei Frau Bröl.
Lektion 1: Wir bauen uns einen Verteiler. Aber doch nicht irgendeinen! Nein, regionale Baufachpresse soll es heute mal sein. Frau Bröl schwingt die Hufe. Als erstes machen wir Bekanntschaft mit dem "Zimpel". Als Recherchebibel der PR-Päpste enthält er jeden deutschen Medienhinz und -kunz mit Familienstand, Schuhgröße und "Ruf mich an!"-Informationen. Toll, findet Frau Bröl. Noch, denn die Tücke liegt wie immer im Detail. Eine filigrane Suchabfrage fördert zwar in 50% der Fälle das gesuchte Medium zutage, wenn man den genauen Titel eingibt. In den anderen 50% aber eben auch nicht. Pech für den Praktikanten!
Doch es gibt noch einen Ausweg: Das Archiv und seine unendlichen Weiten. Wir befinden uns in der tristen Gegenwart. Dies sind die Abenteuer des Schlachtschiffs Bröl, das viele Lichtjahre von Kiel entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Publikationen. Sie dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Bröl zuvor gesehen hat…. Zum Beispiel in Ordner mit den gesammelten Presse-Highlights der deutschen Medienlandschaft. Von "Intelligente Architektur" (besser ist das) über "Unser billig gebautes Haus" (Sonderteil: "Schutt und Asche") bis hin zu "Brechen und Sieben" (wer's mag). Der Fachmann staunt und Frau Bröl wundert sich.
Am Ende des Vormittags ist die Euphorie trotzdem groß: Unmengen liebevoll zusammengestellter Adressen tummeln sich in der Bröl'schen Excel-Tabelle. Doch zu früh gefreut! Lektion Nr. 2: Verteiler-Eifer rächt sich. Spätestens dann, wenn man jeden einzelnen daraus anrufen muss. Dabei würde Frau Bröl viel lieber nach Hause telefonieren. Mit ihrem Schatzi. Oder mit der Enterprise.
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