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Yvis Pottfolio v.3v.3 - Wo ein Wille ist, ist auch ein Chef
Zumindest im Praktikum. Frau Bröl kennt das Elend aus eigener Erfahrung. Praktikant zu sein ist, wie an einer ominösen Krankheit zu leiden. Man wird nirgendwo namentlich erwähnt, schreibt keine Stundenzahlen für Kundenprojekte auf und erlebt des öfteren Situationen wie: "Ach, das musst du nicht wissen! Wenn das Projekt fertig ist, bist DU ja eh nicht mehr da!" Wieso also überhaupt zähneknirschend um die Beachtung seiner Existenz kämpfen? Ganz einfach, es liegt in der Natur des Menschen. Und ja: Auch Praktikanten sind Menschen!
Eine besondere Herausforderung ist es für Praktikantin Bröl, den Teamchef dazu zu bringen, die eigenen Argumente als einleuchtend zu betrachten. Grundsätzlich gilt dabei folgende Beweisführung als realitätsgetreu:
1. Ich bin hier schon länger als du!
2. Ich bin hier schon länger als du!
3. Warum hast Du eigentlich meine Idee noch nicht umgesetzt?
Besonders entfaltet sich diese Logik, wenn man Dinge für die Zielgruppe macht, der man selber ziemlich genau angehört. Hey, Chef, ich weiß, wie es sein muss, es ist für mich! Die erfahrungsgetrübten Augen blicken sprachlos, und wäre Frau Bröl nicht Praktikantin, sie würde sich fühlen wie ein ungezogenes Kind, das behauptet, die Erde kreise um die Sonne, oder es wäre vielleicht ungeschickt, 26 Zeilen auf einer einzigen Powerpoint-Folie unterzubringen. Na, so ein Quatsch! Wer denkt denn so was?
Das Duell endet vorerst unentschieden. Was bleibt, ist das bröl'sche Fazit des Tages: Hinter jedem erfolgreichen Chef steht ein (willens-)starker Praktikant. Entweder, um penetrant zu fragen, warum Sachen für den Chef Sinn machen, die für Frau Bröl keinen machen. Oder, um eben dies nicht zu tun. Man ist ja nicht unmenschlich. Auch nicht als Praktikant.
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