
Yvonne Waldbröl(Junior) Key Account Managerin
Alumna Multimedia Production
Bachelor Jahrgang 1999
Master Jahrgang 2002
Wo und in welcher Position arbeitest Du im Augenblick?
Nach dem Master hat es mich geographisch wieder Richtung Heimat, d.h. ins Ruhrgebiet, verschlagen. Zurzeit arbeite ich als Junior Key Account Managerin in einem Duisburger Softwareunternehmen, das Lösungen im Bereich Katalogmanagement und E-Procurement anbietet. Im März 2006, d.h. nach einem Jahr als Junior, habe ich hier die Möglichkeit, als Key Account Managerin übernommen zu werden.
Welche Aufgaben und Herausforderungen stellen sich Dir täglich in Deinem Job?
Als Junior muss man lernen, lernen, lernen. Ich komme hier täglich sowohl fachlich als auch menschlich mit vielen Inhalten und Situationen in Kontakt, die ich vom Studium oder aus Praktika her nicht kannte, vom Business-Knigge über Geschäftsreisen bis zur Vertragstaktik bei Neukundengesprächen. Mein Chef schmeißt mich da oft ins kalte Wasser. Unsere enge Zusammenarbeit hat Vor- und Nachteile. Da unser Unternehmen recht familiär ist, geht es halt nicht nur darum, seine Arbeit gut zu machen, sondern auch untereinander viel zu kommunizieren. Eigentlich muss ich in meinem Job immer über alles Bescheid wissen - nicht nur über meine eigenen Aufgaben, sondern auch die der Kollegen, Absprachen, Projektstände und das Lieblingsbier der Kunden. Oft braucht es etwas Zeit, um diese mit dem Unternehmen gewachsenen Infos sinnvoll miteinander zu verknüpfen.
Was macht den Reiz Deiner Tätigkeit aus?
Ich lerne hier einen Bereich kennen, in dem ich noch nie gearbeitet habe und der für Multimedia Producer vielleicht auch nicht unbedingt typisch ist. Die Katalogmanagement/E-Procurement-Branche ist sehr viel bodenständiger als die Agenturszene, denn wir haben viel mit klassischen Händlern oder Herstellern aus der "Old Economy" zu tun. Verstehen zu lernen, wie solche Menschen denken und wie das "Business" funktioniert, ist oft spannend. Ich lerne viele Leute kennen, und mein Aufgabenspektrum ist vielfältig, reicht von der Messe- und Eventorganisation über die Pressearbeit und Konzeption von Unternehmenspublikationen bis zur Kundenbetreuung und -beratung. Das macht zwar Spaß, ist aber auch oft ziemlich anstrengend, und leider bleibt auch das gelernte Multimedia-Wissen zurzeit ein bißchen auf der Strecke.
Welches Wissen aus dem Studium hilft Dir heute im Berufalltag besonders?
- Sich auf Neues einlassen können
- Die wichtigsten Regeln der Kommunikationswisschenschaften ;)
- Den übergreifenden Blick über verschiedene Phasen eines Projekts haben
- Präsentationstechniken und eine gewisse Routine
- Der Menschenpool bei MMP war eine ganz gute Vorbereitung auf die unterschiedlichen Menschen, die mir im Arbeitsalltag begegnen
Was hat im Studium gefehlt, was Du im jetzigen Job brauchst?
- Professionelle Projektplanung, -steuerung, -controlling. Was wir im Studium gelernt haben, ist m.E. für die Praxis nicht zu gebrauchen, da viel zu Wischiwaschi.
- Überhaupt mehr betriebswirtschaftliches KnowHow, und zumindest Randbereiche des E-Business wären sinnvoll gewesen
- Mehr KnowHow im Printbereich, Druckvorstufe etc. Hier würden manchmal schon gute Basics sehr weiterhelfen.
Was müsste sich ändern, damit Schleswig-Holstein eine Perspektive als Medienstandort hat?
Gute Frage! In S-H gibt es keinen wirklichen Knotenpunkt. Die Verkehrsanbindung ist nicht so gut, und vielleicht ist auch die Industrie, aus der die Aufträge kommen, einfach nicht so präsent.
Was würdest Du tun, wenn Du Dich ein Jahr lang nicht um Deinen Unterhalt kümmern müsstest?
Wahrscheinlich mit Maren die zweite Weltreise machen :) Oder endlich mal mein Buch schreiben. Oder beides.
Gibt es etwas, das noch dringend erfunden werden müsste?
Der Tag mit 30 Stunden. Zum richtig Ausschlafen und damit Zeit bleibt für sich selbst. Nur Durchpowern kann nämlich auf die Dauer nicht funktionieren.
Möchtest Du den derzeit Studierenden etwas mit auf den Weg geben?
Bei der Entscheidung für einen Job auch auf den Bauch, und nicht nur auf den Lebenslauf und das Portemonnaie schauen. Wenn man soviel Zeit mit seiner Arbeit verbringt, muss man sich mit den Aufgaben, dem Umfeld und den Menschen wohlfühlen. Und sich eingestehen, wenn man sich falsch entschieden hat: Life is Change. Viel Erfolg!
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Danke Yvi! Wir wünschen Dir mehr Zeit für Dich und dass es mit der zweiten Weltreise klappt.
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